Häufige Fragen
Kurze Antworten mit Stand 12. Oktober 2026. Rechtsgrundlagen und Fundstellen unter Quellen.
Kann ich als Praxis wählen, ob ich EBM oder Hybrid-DRG abrechne?
Nein. Erfüllt der Fall die Katalogkriterien und ist der Patient GKV-versichert, ist die Hybrid-DRG zwingend. Eine EBM-Abrechnung derselben Leistung ist unzulässig; die Kassen zahlen sie nicht.
Gilt die Hybrid-DRG für Privatpatienten?
Nein, nur für GKV-Versicherte. Privatpatienten und Selbstzahler werden weiter nach GOÄ beziehungsweise als stationäre Fälle nach DRG mit Wahlleistungen abgerechnet.
Warum waren Kinder 2026 draußen?
Das KHVVG hatte Patienten unter 18 Jahren aus § 115f ausgeschlossen, wirksam mit dem Katalog 2026. Das KHAG hat das am 15. April 2026 korrigiert. Übergangsweise gilt vom 16. April bis 31. Dezember 2026 ein EBM-Zuschlag von 60 Prozent auf OP plus Anästhesie (GOP 31950 bis 31999). Ab 2027 sind Kinder wieder in der Hybrid-DRG.
Was passiert, wenn der Patient nach der OP doch bleiben muss?
Bleibt er bis zu zwei Verweildauertage, ist es weiter eine Hybrid-DRG. Wird daraus ein längerer Aufenthalt oder kommt ein Kontextfaktor hinzu, gruppiert der Fall in die aG-DRG. In der Praxis muss dafür eine Kooperation mit einer Klinik stehen.
Wer bekommt das Geld, wenn mehrere beteiligt sind?
Die Pauschale wird je Fall genau einmal gezahlt, an den Leistungserbringer, der die Hauptleistung abrechnet. Anästhesie, Pathologie, Labor und kooperierende Praxen werden aus der Pauschale per Vertrag im Innenverhältnis vergütet.
Was sind Kontextfaktoren?
Merkmale, die einen Fall aus der Hybrid-DRG herausnehmen: bestimmte komplexe Nebendiagnosen, Malignom-Konstellationen, aufwändige Zusatzeingriffe, Beatmung, Zusatzentgelte. Die Liste steht in Anlage 4 der Regelungen und verweist auf das aG-DRG-Definitionshandbuch. Ein Fall mit Kontextfaktor wird als aG-DRG abgerechnet.
Wie lange dauert es, bis die Kasse zahlt?
Krankenhäuser: 5 Tage nach Rechnungseingang. Vertragsärzte: 21 Tage, danach Verzugszinsen. Bei Abrechnung über die KV kommt die Auszahlung meist im Folgemonat.
Kann die Kasse Geld zurückfordern?
Ja, bis zu zwei Jahre nach Abrechnung mit Begründung. Geprüft werden sachlich-rechnerische Richtigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität, bei Bedarf durch den Medizinischen Dienst.
Was ist mit der Nachbehandlung?
Krankenhäuser erhalten 30 Euro zusätzlich, wenn sie die Nachbehandlung innerhalb von 21 Tagen selbst erbringen. Vertragsärzte rechnen die Nachbehandlung über den EBM ab (GOP 31600, 31610, 31611 mit Kennziffer 88110).
Wie wird der Preis berechnet?
Das InEK ermittelt die Kosten stationärer Kurzlieger der jeweiligen Basis-DRG (PCCL unter 3, Verweildauer bis 2 Tage), das InBA den vertragsärztlichen Fallwert. Der Hybrid-Preis ist der gewichtete Mittelwert, gewichtet mit dem Ambulantisierungsgrad. Seit 2027 gilt ein Konvergenzfaktor Richtung ambulantes Niveau. Ambulante Sachkosten gehen 2027 nicht in die Kalkulation ein.
Warum heißen L20M und L20N 2026 anders als 2025?
2024 und 2025 war L20N die höher bewertete Variante (Basis L20B), ab 2026 ist es L20M. Die Buchstaben wurden getauscht, die Pseudo-GOP blieben. Vergleiche daher immer über die Basis-DRG.
Lohnt sich die flexible URS mit Einmalgerät?
Knapp. Mit Einmal-Ureteroskop (Einkauf typisch 280 bis 680 Euro), Laserfaser, Körbchen und Anästhesie bleiben von 2.615 Euro rund 1.300 bis 1.600 Euro für OP-Zeit, Personal und Raum. In der Klinik mit Vorhaltekosten ergab die Kostenträgerrechnung des Klinikverbunds Südwest minus 14 Euro je Fall. Mit wiederaufbereitbarem Gerät sieht es besser aus.
Ist die Abschaffung 2028 beschlossen?
Stand 12. Oktober 2026: nein. Es ist ein Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen zur Notfallreform, über den der Bundestag am 15. Oktober 2026 abstimmt; danach kommt der Bundesrat. Die Kurzzeitfallpauschalen sind dagegen schon Gesetz.
Was heißt das für die Weiterbildung?
URS und TUR-B sind klassische Lehr-Eingriffe. Wandern sie in Praxen, fehlen sie den Assistenzärzten. In der Umfrage von Reimold et al. (2025) fürchten 51 Prozent der Urologen Nachteile für die Weiterbildung. Lösungen: Rotationen in ambulante Einheiten, Weiterbildungsverbünde, das Curriculum WECU von DGU, BvDU und GeSRU.
Woher stammen die Fallzahlen auf dieser Seite?
Aus dem InEK DatenBrowser (Datenlieferungen nach § 21 KHEntgG, frei zugänglich) in eigener Auswertung und aus dem WIdO-Bericht vom September 2026. Vertragsärztliche Hybrid-Fälle stehen nicht im DatenBrowser.